Bei jedem zusätzlichen 100 ml Wasser, die während einer Mahlzeit getrunken werden, besteht laut einer US-Studie die Möglichkeit, 39 Gramm mehr zu essen – oder 49 zusätzliche Kalorien aufzunehmen. In der Auswertung wurden ausserdem die Trinkgeschwindigkeit sowie der Wunsch nach mehr oder weniger Nahrungsvolumen berücksichtigt.
Wasser während oder ausserhalb der Mahlzeiten – die Frage hinter der Debatte
Wasser während des Essens zu trinken oder lieber davor bzw. danach? Diese Frage wird seit Jahrzehnten lebhaft diskutiert – sowohl unter Fachleuten aus der Ernährungswissenschaft als auch bei Menschen, die bewusst eine Diät oder einen Ernährungsplan verfolgen. Weil die Diskussion oft sehr grundsätzlich geführt wird, hat eine neue Untersuchung aus den USA den Zusammenhang gezielt nachgerechnet und die Mathematik von Gramm und Kalorien für konkrete Erkenntnisse genutzt. Die Ergebnisse fallen dabei durchaus überraschend aus.
US-Studie (Cornell & Pennsylvania): Wasser zum Mittagessen erhöht die Aufnahme
Ein Forschungsteam der Cornell University und der University of Pennsylvania in den Vereinigten Staaten von Amerika untersuchte Mittagessen und verglich Personen, die dabei mit Wasser assen, mit jenen, die ohne Wasser assen. Von insgesamt 172 im Universitätslabor servierten Mahlzeiten (je zwei pro Person) leiteten die Forschenden ab, dass das gleichzeitige Trinken von Wasser beim Mittagessen mit einer stärkeren Tendenz verbunden war, mehr zu essen – und damit auch mehr Kalorien aufzunehmen.
Wer seinen Durst während des Essens stillte, nahm pro 100 Milliliter Wasser in dieser Situation im Schnitt 39 Gramm mehr Lebensmittel zu sich. Das entsprach einem Plus von 49 Kalorien.
Versuchsaufbau: grosse Portionen, freier Konsum von Essen und Wasser
Um diese Werte zu ermitteln, erhielt jede teilnehmende Person eine sehr grosszügige Portion – so bemessen, dass sie kaum vollständig aufzuessen war, was ausdrücklich zum Studiendesign gehörte. Konkret wurden 650 Gramm Essen und 450 Milliliter Wasser bereitgestellt. Anschliessend durften die Teilnehmenden nach Belieben essen und trinken.
In einem typischen Mittagessen trank die Stichprobe im Durchschnitt 236 mililitos Wasser, also ungefähr ein Glas, und wechselte dabei Essen und Trinken etwa acht oder neun Mal ab. In diesen Fällen stiegen die aufgenommene Wassermenge und die verzehrte Lebensmittelmenge gemeinsam an.
Trinktempo und Kalorien: schneller trinken, weniger essen
Die Studie von Paige Cunningham und John E. Hayes verknüpfte ausserdem die Geschwindigkeit, mit der Wasser getrunken wurde, mit der Kalorienaufnahme. Wer schneller trank, ass am Ende weniger: Für jeweils 10 Milliliter zusätzlich pro Minute wurden 16,2 Gramm weniger Nahrung verzehrt – das entspricht ungefähr 20 Kalorien weniger.
Stichprobe: Alter, Geschlecht und Gewichtskategorie
In der Untersuchung wurden mehr als 80 Personen begleitet. Das Durchschnittsalter lag bei 37 Jahren, und die Stichprobe war überwiegend weiblich (71% waren Frauen). Mit Blick auf das Gewicht gehörte nahezu die Hälfte (44%) – basierend auf selbst angegebenen Daten zu Grösse und Gewicht – zur Kategorie Übergewicht oder Adipositas.
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