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5 Fakten zur Abdominoplastik: Was der Eingriff wirklich kann

Ärztin erklärt Patientin mit Tablet Muskelanatomie im hellen Behandlungsraum mit Modell und Maßband.

Auch wenn die Abdominoplastik häufig nur mit dem Entfernen überschüssiger Bauchhaut gleichgesetzt wird, umfasst der Eingriff deutlich mehr. Mit dem Fortschritt der Methoden hat sich die Operation zu einem wichtigen Baustein in der Wiederherstellung der Körperkontur entwickelt – vor allem nach Schwangerschaften, starken Gewichtsschwankungen oder einer ausgeprägten Gewichtsabnahme.

Nach Angaben von Dr. Flávia Bonato, plastische Chirurgin und Mitglied der Sociedade Brasileira de Cirurgia Plástica (SBCP), der International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS) sowie der Associação Brasileira de Cirurgia Plástica Estética (BAPS), betrachtet die moderne Abdominoplastik die gesamte Struktur der Bauchregion und kann Veränderungen behandeln, die weit über überschüssige Haut hinausgehen.

„Viele Patientinnen kommen in die Sprechstunde und denken, das Problem sei ausschliesslich die überschüssige Haut. Tatsächlich liegt häufig eine Kombination aus mehreren Faktoren vor – etwa ein Auseinanderweichen der Bauchmuskulatur, Veränderungen der Taille, Erschlaffung der tiefen Gewebe sowie lokale Fettansammlungen. Damit das Ergebnis harmonisch wird, muss die Behandlung all diese Strukturen einbeziehen“, erklärt sie.

Im Folgenden finden Sie 5 Fakten, die helfen, den Eingriff besser zu verstehen.

1. Die Operation kann das Auseinanderweichen der Bauchmuskeln korrigieren

Eine der häufigsten Veränderungen nach einer Schwangerschaft oder nach grossen Gewichtsveränderungen ist die Bauchdiastase (Rektusdiastase) – also das Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln. Dadurch kann der Bauch auch bei Personen mit niedrigem Körperfettanteil oder trotz regelmässigem Training weiterhin vorgewölbt wirken.

„Im Rahmen der Abdominoplastik kann der Chirurg eine Muskelplikatur durchführen. Dabei werden die Muskeln wieder angenähert, was die Festigkeit der Bauchdecke unterstützt. Die Korrektur der Diastase bringt oft nicht nur ästhetische, sondern auch funktionelle Vorteile. Viele Patientinnen berichten nach der Operation über eine bessere Rumpfstabilität und ein verbessertes Körpergefühl“, sagt Dr. Flávia Bonato.

2. Nicht immer geht es um Abnehmen

Obwohl die Abdominoplastik oft mit Gewichtsverlust in Verbindung gebracht wird, handelt es sich nicht um eine Abnehm-Operation. „In der Praxis empfehlen wir den Eingriff, um überschüssiges Gewebe zu entfernen und die Körperkontur bei Patientinnen und Patienten zu verbessern, die ihrem Wunschgewicht bereits nahe sind. Nach einer Gewichtsabnahme ist er sogar besonders häufig“, erläutert die Ärztin.

Laut der plastischen Chirurgin trifft dieses Szenario zunehmend auf Menschen zu, die stark abgenommen haben – auch nach der Einnahme von Medikamenten zur Gewichtsreduktion – und danach mit überschüssiger Haut und erschlafftem Bauchgewebe zurückbleiben.

Dr. Flávia Bonato betont ausserdem, dass die Operation nicht als Ersatz für gesundheitsbezogene Massnahmen wie ausgewogene Ernährung und regelmässige Bewegung verstanden werden sollte. Die Ergebnisse fallen meist dann am überzeugendsten aus, wenn das Gewicht bereits stabil ist und Veränderungen behandelt werden sollen, die sich durch Lebensstiländerungen nicht korrigieren liessen.

3. Die Abdominoplastik wird häufig mit einer Fettabsaugung kombiniert

Eine häufige Frage ist, ob die Operation Fett entfernt. „Auch wenn zusammen mit der überschüssigen Haut kleine Fettmengen mit entfernt werden können, wird die Körperformung in der Regel durch die Kombination mit einer Fettabsaugung deutlich verstärkt“, sagt Dr. Flávia Bonato.

Mit der Kombination lassen sich erschlaffte Bereiche und lokale Fettdepots gleichzeitig angehen. „Der Vorteil der Verbindung von Abdominoplastik und Liposculpture ist eine präzisere Behandlung der Körperkontur: Die Taille wird stärker betont und die Silhouette wirkt insgesamt ästhetischer“, unterstreicht Dr. Marcelo Rudy, plastischer Chirurg und Mitglied der Sociedade Brasileira de Cirurgia Plástica.

Darüber hinaus kann die Abdominoplastik auch mit weiteren Verfahren gekoppelt werden. „Heute können wir die Abdominoplastik beispielsweise mit Technologien der IgniteRF-Plattform kombinieren, etwa Quantum und Morpheus, ebenso mit ultraschallgestützter Liposculpture und mit direkter intramuskulärer Lipoinjektion“, so der Arzt.

Dr. Flávia Bonato hebt hervor, dass die OP-Planung den Körper als Gesamtheit betrachtet und das Gleichgewicht unterschiedlicher Strukturen berücksichtigt. „Es reicht nicht, nur Haut zu entfernen. Wir müssen Proportionen, Konturen und Volumina analysieren, um ein natürliches und ausgewogenes Ergebnis zu erzielen.“

4. Der Bauchnabel wird in der Regel neu positioniert

Viele Patientinnen und Patienten sind überrascht, wie der Bauchnabel während des Eingriffs behandelt wird. Die plastische Chirurgin erklärt, dass bei klassischen Abdominoplastiken die Bauchhaut nach dem Entfernen des Überschusses nach unten gezogen wird. Dadurch muss der Bauchnabel anschliessend wieder nach aussen verlagert und an einer neuen anatomischen Position angelegt werden.

„Deshalb ist das endgültige Aussehen des Bauchnabels ein wichtiger Teil der Operationsplanung. Er gehört zu den Details, die im Endergebnis am stärksten ins Auge fallen. Heute gibt es Techniken, die ein unauffälliges, natürliches und zum Bauch proportionales Erscheinungsbild anstreben“, erläutert Dr. Flávia Bonato.

5. Nicht jede Person benötigt eine vollständige Abdominoplastik

Auch wenn die klassische Variante am bekanntesten ist, existieren unterschiedliche Formen des Eingriffs – darunter die Miniabdominoplastik. „Die Miniabdominoplastik ist angezeigt, wenn die Beschwerden unterhalb des Bauchnabels liegen. Ob sie oder die konventionelle Operation infrage kommt, hängt davon ab, wie viel Haut entfernt werden muss, ob eine Diastase vorliegt und vor allem, ob es Beschwerden oberhalb des Bauchnabels gibt“, erklärt Dr. Marcelo Rudy.

Nach Aussage von Dr. Flávia Bonato ist Individualisierung ein zentrales Prinzip der modernen plastischen Chirurgie. „Nicht immer ist die grössere Operation die bessere Operation. Der Behandlungserfolg hängt davon ab, sehr genau zu erkennen, was jede Patientin und jeder Patient tatsächlich braucht. Es gibt Situationen, in denen kleinere Eingriffe hervorragende Ergebnisse liefern – gerade weil sie die anatomischen Besonderheiten des jeweiligen Falls respektieren“, sagt sie.

Wichtige Massnahmen vor und nach der Operation

Trotz technischer Fortschritte sollte die Indikation zur Abdominoplastik immer erst nach einer sorgfältigen ärztlichen Untersuchung gestellt werden. Dr. Flávia Bonato erklärt, dass Krankengeschichte, das Vorliegen einer Diastase, die Hautqualität, das Körpergewicht, Lebensgewohnheiten sowie die Erwartungen der Patientin oder des Patienten die Operationsplanung unmittelbar beeinflussen.

„Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Ernährungsstatus vor und nach der Operation. Eine ausreichende Proteinzufuhr verdient besondere Aufmerksamkeit, weil diese Nährstoffe die Aminosäuren für die Kollagensynthese, die Gewebereparatur und die Wundheilung liefern“, sagt die Ärztin.

Deshalb ist eine engmaschige medizinische Begleitung entscheidend. „Patientinnen und Patienten, die stark abgenommen haben – einschliesslich jener, die Medikamente zur Gewichtsreduktion genutzt haben –, können eine unzureichende Proteinzufuhr oder einen Verlust an Muskelmasse aufweisen. Das sollte vor dem Eingriff erkannt und korrigiert werden. Nach dem Eingriff kann je nach Patientin oder Patient eine Protein-Supplementierung empfohlen werden“, erklärt sie.

Die Operation ist nur ein Teil der Behandlung. Nach Dr. Flávia Bonato hängt die Erholung auch davon ab, wie gut der Körper die Wundheilung leisten kann. Entsprechend können Ernährungsanpassungen und, falls nötig, eine Begleitung durch eine Ernährungsfachperson sinnvoll sein, um die Proteinzufuhr zu optimieren und die postoperative Genesung zu unterstützen.

„Die moderne plastische Chirurgie setzt auf Natürlichkeit und Proportionalität. Das Ziel ist nicht, den Körper vollständig zu verändern, sondern Strukturen wiederherzustellen, die durch Zeit, Schwangerschaften oder Gewichtsabnahme verändert wurden – und damit Komfort und Harmonie zurückzugeben“, schliesst sie.

Von Maria Paula Amoroso


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