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Beine überkreuzen beim Sitzen: Welche Folgen es haben kann

Frau im Büro streckt entspannt ein Bein auf Bürostuhl, neben Schreibtisch mit Computer und Pflanze.

Das Überkreuzen der Beine im Sitzen ist eine weitverbreitete Gewohnheit – im Büro, zu Hause und auch in der Freizeit. Für viele fühlt sich diese Sitzhaltung bequem an. Wer jedoch über längere Zeit so sitzt, kann Muskelbeschwerden und Überlastungen begünstigen, vor allem dann, wenn das täglich immer wieder passiert.

Laut Gilson Gonçalves de Andrade, Dozent im Studiengang Physiotherapie an der Unopar, liegt das Problem nicht darin, die Beine hin und wieder zu überkreuzen. Entscheidend ist vielmehr, zu lange in derselben Position zu bleiben und dem Körper im Laufe des Tages zu wenig Bewegung zu geben.

„Es gibt keine Hinweise darauf, dass das Überkreuzen der Beine für ein paar Minuten dauerhafte Schäden verursacht. Worauf man achten sollte, ist die Zeit, die jemand in derselben Haltung verbringt. Der Körper ist dafür gemacht, sich zu bewegen, und langes Verharren – in jeder Position – kann Beschwerden und Überlastungen auslösen“, erklärt er.

Im Folgenden nennt der Experte die wichtigsten Auswirkungen, die sich ergeben können, wenn diese Gewohnheit häufig wird.

1. Kann Muskelschmerzen und Veränderungen der Haltung begünstigen

Wer über längere Zeit mit überkreuzten Beinen sitzt, kann den Lendenbereich, die Hüften und das Becken zusätzlich belasten. Ausserdem können muskuläre Dysbalancen entstehen, wenn die Position immer auf derselben Seite eingenommen wird.

2. Die Durchblutung kann kurzfristig eingeschränkt sein

Beim Beineüberkreuzen kann es zu einer leichten Kompression von Blutgefässen kommen. Nach einer Weile sind dann Kribbeln oder Taubheitsgefühle möglich. Dieser Effekt ist in der Regel nur vorübergehend und lässt nach, sobald man die Haltung verändert.

3. Kann den venösen Rückfluss erschweren

Menschen mit venöser Insuffizienz, Krampfadern oder anderen Gefässerkrankungen sollten vermeiden, über längere Zeit mit überkreuzten Beinen zu sitzen. Diese Haltung kann die Beschwerden verstärken und den venösen Rückfluss behindern.

Auch wenn es als verbreitete Annahme gilt, gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass das Überkreuzen der Beine für die Entstehung von Krampfadern verantwortlich ist. Stärker beeinflussen die Entwicklung der Erkrankung Faktoren wie genetische Veranlagung, Bewegungsmangel, Übergewicht, Schwangerschaft sowie viele Stunden Sitzen oder Stehen.

Legen Sie Pausen ein und bewegen Sie den Körper

Neben dem Vermeiden langer Phasen in ein und derselben Haltung empfiehlt Gilson Gonçalves de Andrade, über den Tag verteilt kurze Unterbrechungen einzubauen – aufzustehen, ein paar Schritte zu gehen und den Körper zu dehnen. „Unabhängig davon, welche Sitzhaltung man wählt, ist das eigentliche Problem, viele Stunden am Stück zu sitzen. Regelmässige Bewegungspausen fördern die Durchblutung, verringern die Belastung der Gelenke und unterstützen die Gesundheit von Wirbelsäule und Muskulatur“, rät er.

Der Experte betont zudem, dass eine gute Ergonomie einen Unterschied macht. Die Füsse flach auf dem Boden abzustellen, den Rücken gut an der Stuhllehne zu stützen und die Beinposition häufig zu wechseln, sind einfache Massnahmen, um Beschwerden zu reduzieren und die Gesundheit des Bewegungsapparats im Alltag zu schützen.

Von Letícia Zuim Gonzalez


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