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Coros Pace 4 Test: Unser ausführliches Urteil

Nahaufnahme einer Person mit Sportuhr beim Joggen auf einem Weg am Wasser bei Sonne.

Coros hält Garmin im Segment der Sportuhren unter 300 Euro weiterhin auf Abstand – vorausgesetzt, man sucht ein Zubehör, das konsett auf Sport ausgelegt ist. Die neue Coros Pace 4 schiebt die Messlatte im Vergleich zur Pace 3 erneut nach oben: Der Wechsel auf ein AMOLED-Display ist überzeugend umgesetzt, und die Akkulaufzeit fällt extrem aus. Bei den Alltagsfunktionen geht Coros dagegen nicht weiter in die Tiefe. Hier ist unser Praxistest und unsere Einschätzung zur Uhr.

Beim New-York-Marathon am Handgelenk von Eliud Kipchoge gesichtet, hat die neue Coros Pace 4 seit ihrem Marktstart Ende 2025 schnell den Weg in die Ausrüstung vieler Läuferinnen und Läufer gefunden. Als Nachfolgerin der 2022 erschienenen Pace 3 übernimmt sie das AMOLED-Display, das zuvor mit der Pace Pro eingeführt wurde. Die Abmessungen bleiben dabei auf dem Niveau des Einstiegsmodells von Coros, und die Marke setzt weiterhin klar auf ein ultraleichtes Konzept. Das Prinzip scheint so gut aufzugehen, dass die Pace Pro voraussichtlich aus dem Portfolio verschwinden dürfte.

Die Coros Pace 4 tritt jedoch nicht nur gegen interne Modelle an, sondern startet in einer bereits neu sortierten Produktlinie. Seit August 2025 hat Coros zwei weitere Uhren vorgestellt: die brandneue Nomad für Outdoor-Abenteuer (Wandern, aber auch Jagd und Angeln) sowie die Apex 4, die vierte Generation der auf Bergsport ausgelegten Sportuhr. Auch diese beiden Modelle erklären, warum eine Pace Pro in der Reihe weniger sinnvoll wirkt.

Bevor wir die Pace 4 im Alltag getragen haben, nutzten wir die Pace 3 über mehr als ein Jahr hinweg. Für unser Lauftraining wurde sie schnell zum Favoriten – aus einem einfachen Grund: Wir wollten eine günstige, leichte, präzise, ausdauernde und bequeme Sportuhr. Die Pace 3 erfüllte genau das. Was kann die Pace 4 also zusätzlich liefern? Ein AMOLED-Display, ganz klar – allerdings ohne bei Laufzeit, Gewicht und Preis einzuknicken. Drei Jahre nach der Pace 3 durfte man ausserdem hoffen, dass Funktionen aus dem Wettbewerb ihren Weg zu Coros finden würden.

Vorstellung der Coros Pace 4

Änderungen und Neuerungen

Bevor wir in den Test einsteigen, hier die wichtigsten Unterschiede der Pace 4 gegenüber der Pace 3 sowie die Neuerungen der Coros-Sportuhr. Zunächst wechselt das Display von MIP (transflektiv) zu AMOLED – mit deutlich höherer Helligkeit, stärkerem Kontrast sowie kräftigeren und zahlreicheren Farben. Beide Displays messen 1,2 Zoll, die Auflösung steigt jedoch auf 390 x 390 Pixel (statt 240 x 240 Pixel) – auf dem Niveau einer Apple Watch. Auch das Gehäuse rund um das Display orientiert sich stärker an der Pace Pro: optisch robuster und insgesamt erwachsener.

Die Akkulaufzeit der Pace 4 ist die grösste Veränderung im Vergleich zur Pace 3. Coros verbaut eine spürbar stärkere Batterie als beim Vorgänger, der bereits sehr gute Werte lieferte – und positioniert sich damit klar gegen die Konkurrenz, insbesondere Garmin. Laut Coros kommt zudem ein neuer Herzfrequenzsensor sowie ein neuer Prozessor zum Einsatz, wodurch Menüs und Funktionen schneller reagieren. Funktionsseitig ist ausserdem ein Mikrofon an Bord. Dank AMOLED-Display kann die Uhr nachts auch als Taschenlampe dienen. Hinzu kommt ein dritter physischer Knopf, der das Wechseln zwischen Menüs erleichtert.

Beim Preis hat Coros die Pace 4 im Vergleich zur Pace 3 leicht angehoben, was angesichts der Änderungen und der Inflation über drei Jahre nachvollziehbar ist. Die Coros Pace 4 kostet 269 Euro, die Pace 3 lag bei 249 Euro (mittlerweile reduziert auf 229 Euro, solange der Vorrat reicht). Die neue Pace 4 gibt es wahlweise mit Silikon- oder Nylonarmband – ohne Preisunterschied. Bestellbar ist sie seit Dezember 2025 in Schwarz oder Weiss.

Tragekomfort und Design

Am grundlegenden Look der Pace 4 hat Coros nicht radikal gerüttelt, aber klar an einer reiferen Anmutung gearbeitet. Das Gehäuse erinnert stärker an die Pace Pro und wirkt optisch stabiler, auch wenn es weiterhin aus Kunststoff besteht. Kunststoff ist hier weder überraschend noch negativ: Ziel bleibt, dass die Pace 4 sehr leicht und preislich attraktiv ist. Ohne die Materialbasis zu verändern, wurde die Sportuhr leicht überarbeitet. Beim Glas bleibt es bei Mineralglas – ohne Saphir oder Gorilla Glass (um Gewicht und Preis im Rahmen zu halten).

Mit dem robusteren Erscheinungsbild soll die Coros Pace 4 zugleich schlichter wirken. Positiv fällt auf, dass der umlaufende Zierring um das Display (bei der Pace 3 noch vorhanden) entfällt. Auf der linken Seite bleibt der Markenname, mehr Branding gibt es nicht. Es bleibt eine Sportuhr, sie wirkt jedoch näher an Modellen aus höheren Klassen. Für einen etwas hochwertigeren Eindruck hat das Display leicht abgerundete Ränder, die sauber ins Kunststoffgehäuse übergehen. Es gibt keinen spürbaren Übergang – optisch wie haptisch ein Pluspunkt (zumal das Display weiterhin touchfähig ist).

Die beiden Tasten sind im Design leicht verändert: Sie sind etwas breiter und damit einfacher zu bedienen. Ausserdem sind es nicht mehr nur zwei – Coros ergänzt einen dritten Knopf, um die Menüführung auch ohne Touch zu vereinfachen. Dieser zusätzliche Knopf lässt sich zudem als Aktivitätskürzel belegen. Zur Auswahl stehen beispielsweise: Ansicht wechseln (inklusive Routenansicht), Standort markieren, zur nächsten Runde springen oder ohne feste Funktion bleiben. Der rechte Knopf kann mit denselben Optionen konfiguriert werden.

Beim Armband bleibt Coros seinem Konzept treu: Es gibt weiterhin die Wahl zwischen Silikon und Nylon. Armbänder der Pace 3 passen ebenfalls an die Pace 4. Für unseren Test lag die Silikonversion bei – empfehlen würden wir eher Nylon, weil es leichter, bequemer und in der Passform sehr überzeugend ist. Dennoch hat uns auch das Silikonarmband positiv überrascht: Es war angenehm atmungsaktiv und komfortabel, selbst nachts.

Das Silikonarmband ist in zwei Grössen erhältlich, damit auch kräftigere Handgelenke abgedeckt werden. Mit der Standardvariante hatten wir an einem eher schmalen Handgelenk noch 7 Löcher Reserve. Standardmässig deckt das Pace-4-Armband einen Umfang von 135 bis 205 mm ab, die grössere Version 150 bis 235 mm. Wer die leichteste Pace-4-Variante möchte, greift zum Nylonband. Dann wiegt die Sportuhr 32 Gramm, mit Silikonarmband sind es 40 Gramm. Gegenüber der Pace 3 legt Coros damit nur 2 Gramm zu.

Preis und Verfügbarkeit

Die Coros Pace 4 ist seit Dezember 2025 für 269,00 Euro erhältlich. Verkauft wird sie über die offizielle Coros-Website, über Onlinehändler sowie stationär in Fachgeschäften und bei Decathlon. Im Januar 2026 ist die Pace 4 nach einigen Wochen Lieferlücke endlich auch mit Nylonarmband verfügbar. Allerdings gibt es Nylon zunächst nur in Schwarz; die weisse Variante ist noch nicht angekommen. Wie zu erwarten, bleibt die Pace 4 parallel auch mit Silikonarmband in Schwarz und Weiss im Angebot.

Unser Test der Pace 4

Jetzt zum Praxistest der Coros Pace 4. Um uns ein solides Urteil zur neuen Sportuhr – als Konkurrenz zur Garmin Forerunner 165 – zu bilden, sind wir über 400 Kilometer damit gelaufen und haben mehrere Stunden im Fitnessstudio trainiert, darunter Krafttraining und Crosstrainer. Zusätzlich trugen wir die Coros Pace 4 jede Nacht, um das Schlaftracking zu beurteilen. Insgesamt entsprach die Nutzung sehr genau dem, was wir zuvor monatelang mit der Pace 3 gemacht haben – ideal, um Veränderungen klar einzuordnen.

Wie oben erwähnt, arbeitet in der Pace 4 ein neuer Prozessor. Für ein schärferes Display als bei der Pace 3 braucht es auch mehr Rechenleistung. Das Ergebnis: Die Uhr reagiert sehr schnell – auch bei Touch-Eingaben.

Sensoren und Messungen: Coros feilt nach

Die Pace 4 bringt deutliche Änderungen, doch Sensorik und Messungen werden nicht komplett neu erfunden. Auf dem Datenblatt nennt Coros einen neuen Herzfrequenzsensor. In der Praxis bleibt die Entwicklung überschaubar: Die optische Pulsmessung ist in den meisten Situationen weiterhin sehr gut. Erst bei sehr kurzen Intervallen mit hohen Herzfrequenzen zeigen sich Grenzen – Spitzenwerte der maximalen Herzfrequenz werden dann tendenziell zu niedrig erfasst.

Allerdings teilt die Coros Pace 4 ein Problem, das wir schon von der Pace 3 und vielen anderen Sportuhren kennen: Bei Kälte oder sehr starkem Schweiss kann der optische Sensor schnell unzuverlässig werden und eine falsche Herzfrequenz anzeigen – oder zeitweise gar nichts. Das ist individuell und hängt unter anderem von Haut, Behaarung und Umgebung ab. In unserem Fall mussten wir auf einen externen Sensor ausweichen, konkret auf den Coros-Herzfrequenz-Armband-Sensor. Der verbindet sich vor jedem Training automatisch mit der Uhr, ohne dass man dafür einen Knopf drücken muss.

Beim GPS setzt Coros auf einen verbesserten Dual-Frequenz-Empfänger. Im Alltag wird man kaum einen Unterschied feststellen, weil der Sensor der Pace 3 bereits sehr stark war. In Waldpassagen oder in Städten mit engen Strassen arbeitet die Pace 4 jedoch präziser als die Pace 3 – und erreicht damit ein fast perfektes Niveau für eine Sportuhr (ohne dass man teurer kaufen müsste, um noch genauer zu werden). Ein Unterschied: Coros bietet den extrem ausdauernden (aber ungenaueren) GPS-Modus nicht mehr an – was aus unserer Sicht verschmerzbar ist, zumal wir ohnehin davon abraten.

Coros streicht auf der Pace 4 den einfachen GPS-Modus und lässt nur Dual-Frequenz (am genauesten, aber stromhungrig) sowie den klassischen Modus („Alle Systeme“) übrig. Ziel ist, dass die Uhr durchgehend optimale Messwerte liefert, und Coros signalisiert zugleich, dass man bei der deutlich verbesserten Laufzeit keinen Ultra-Sparmodus mehr braucht. Auf stärker outdoor-orientierten Uhren wie der Apex 4 bleibt ein Basis-/Endurance-Modus dagegen erhalten, um Aktivitäten möglichst lange ohne Unterbrechung aufzeichnen zu können.

Zu den weiteren Messwerten der Coros Pace 4 zählen die Hauttemperatur (seit einem Update im Januar 2026 auch in der Anzeige verfügbar), ein Höhenmesser (praktisch für Trail oder Wandern, um Höhenmeter präziser zu erfassen) sowie die klassischen Sensoren Gyroskop, Beschleunigungsmesser und elektronischer Kompass. Zusätzliche Sensoren gegenüber der Pace 3 gibt es nicht.

Analyse und Prognosen: Die Pace 4 bleibt eine Referenz

Die von der Pace 4 erfassten Daten werden wie gewohnt über die App in Trainingsanalysen übersetzt. Diese Analysen hängen weniger an der Hardware als an der Software – und Coros unterscheidet hier nicht zwischen Pace 3 und Pace 4: Beide Uhren erhalten die gleichen Funktionen. Unser Eindruck: Coros ist bei Trainingsanalysen weiterhin stärker als Garmin, weil die Daten relevanter, verständlicher und übersichtlicher in einer Ansicht aufbereitet sind.

Das Coros-System bleibt sehr stark – unter anderem mit einem Trainingsstatus, der Fitnessniveau und aktuelle Trainingsbelastung sichtbar macht. Der Nutzen liegt auf der Hand: Man erkennt, wo man im Verhältnis zur eigenen Bestform steht und welchen Effekt das Training gerade hat. Auf einen Blick sieht man, ob man das Niveau hält, verbessert oder ob man die Belastung ausreichend reduziert hat, um sich für eine Leistung in Form zu bringen. Gleichzeitig hilft es, Überlastung und damit verbundene Verletzungsrisiken zu vermeiden.

Wie schon bei der Pace 3 bietet die Coros Pace 4 zusätzlich einen Erholungsindex (in Prozent und in Stunden) – sehr hilfreich, um die eigene Energie vor oder nach einer Einheit einzuschätzen. Für eine detailliertere Sicht speziell im Laufen liefert Coros Informationen zu unseren Tempi (Schwelle, Sprint, Geschwindigkeit, Ausdauer, Erholung), eine VO2max-Schätzung sowie die Herzfrequenz an der Schwelle. Ergänzend gibt es eine Rennprognose für 5 km, 10 km, Halbmarathon und Marathon.

Eine weitere sehr nützliche und tiefgehende Auswertung bei Coros ist der Effizienzscore. Er war bereits auf der Pace 3 vorhanden und ist auch bei der Pace 4 dabei. Als Prozentwert zeigt er, ob Faktoren zu unseren Gunsten oder Ungunsten gewirkt haben. Während der Aktivität liefert er aussagekräftige Hinweise auf Energieniveau und körperliche Verfassung – und Coros trifft diese Einschätzung unserer Erfahrung nach sehr gut. Unten erklären wir, wie man den Effizienzscore einordnet.

Liegt die Effizienz bei 90 % (oder darunter), ist das ein niedriger Wert – erklärbar durch Müdigkeit, ungeeigneten Untergrund, schwere Schuhe oder eine hohe Trainingsbelastung vor der Einheit. Umgekehrt signalisiert ein Wert von 100 % oder mehr, dass man in sehr guter Form ist: hohes Fitness- und Energieniveau oder besonders günstige Bedingungen (zum Beispiel optimale Temperaturen).

Diese Analysen und Kennzahlen haben uns schon bei der Pace 3 überzeugt und heben Coros von der Konkurrenz ab. Wer zur Pace 4 greift, erhält weiterhin eine Uhr, die nicht nur eine Einheit zuverlässig aufzeichnet, sondern auch einordnet, wo man in puncto Fitness und Training steht – inklusive Zeitprognosen für Wettkämpfe, ohne dass man sich dabei systematisch unter- oder überschätzt.

Ein Mikrofon in der Pace 4: Wofür ist das gut?

Zu den neuen Bauteilen, die auch neue Funktionen ermöglichen, gehört das Mikrofon. Coros positioniert dieses Feature ausdrücklich sportbezogen – Telefonate lassen sich mit der Uhr nicht annehmen. Das Mikrofon dient für Sprachnotizen, um direkt nach dem Training Kommentare zum eigenen Empfinden zu hinterlegen. Bisher musste man dafür in die App gehen und tippen.

Wer dieses Protokollieren ohnehin genutzt hat, profitiert deutlich: Notizen gehen schneller und lassen sich in dem Moment aufnehmen, in dem das Training endet. Wer bisher keine Notizen gemacht hat, wird die Funktion eher als „nice to have“ wahrnehmen – sie kann motivieren, wird bei vielen aber auch schnell in Vergessenheit geraten.

Kartografie weiterhin nicht vorhanden

Auch wenn die Coros Pace 4 optisch näher an eine Pace Pro rückt, übernimmt sie deren wichtigstes Argument nicht: echte Karten für die Navigation. Wer auf Trails, beim Wandern oder auf unbekannten Strecken unterwegs ist, kann die Pace 4 nicht als vollwertigen Guide nutzen. Es fehlt die Kartografie, also die Anzeige von Strassen und Wegen zur besseren Orientierung. Wie die Pace 3 setzt die Pace 4 stattdessen auf eine ressourcenschonendere Alternative: eine „Brotkrumenspur“. Das bedeutet: Auf schwarzem Hintergrund wird im Wesentlichen nur die Linie des eigenen Tracks angezeigt.

Diese Brotkrumenspur funktioniert grundsätzlich gut – wir haben sie oft genutzt, unter anderem während monatelanger Vorbereitung auf einen Trail-Wettkampf. Aus unserer Sicht reicht sie weiterhin, um einer Route zu folgen. Trotzdem ist es leichter, sich zu verlaufen, wenn Kreuzungen mehrere ähnlich wirkende Abzweigungen haben. Dann muss man stark hineinzoomen, um sicher zu sein, die richtige Richtung zu nehmen. Der Grund für fehlende Karten liegt auch im Speicher: Wie die Pace 3 bietet die Pace 4 nur 4 GB, vor allem für System, Daten und Musik. Die Coros Pace Pro brachte 32 GB mit.

Coros positioniert die Pace 4 damit klarer als urbanes Modell und überlässt Kartografie den Outdoor-Uhren. Schade ist das dennoch – zumal echte Karten nicht nur in der Natur praktisch sind.

Die Coros Pace 4 im Alltag: weiterhin eingeschränkt

Wir hatten von der Pace 4 vor allem ein AMOLED-Display und eine weiterhin starke Laufzeit erwartet – ohne dass die höhere Displayhelligkeit die Akkulaufzeit spürbar drückt. Genau das liefert Coros. Gleichzeitig hat die Marke bei den Alltagsfunktionen nicht nachgelegt, obwohl diese im Sportkontext durchaus hilfreich sein können. Naheliegend ist hier kontaktloses Bezahlen, wie es Garmin mit Garmin Pay anbietet.

Leider hat die Uhr keinen NFC-Chip. Natürlich ist ein kompletter Bezahldienst wie bei Garmin aufwendig und teuer, aber selbst ein NFC-Modul ohne Zahlungsplattform könnte in manchen Fällen andere Karten ermöglichen, etwa ÖPNV-Tickets. Vielleicht wartet Coros hier, bis solche Nutzungen noch breiter etabliert sind. Klar ist: Ohne Smartphone oder Bankkarte laufen, gehen oder radeln zu können, ist ein echtes Plus.

Im täglichen Einsatz unterscheidet sich die Pace 4 ansonsten kaum von der Pace 3 – abgesehen von der Taschenlampenfunktion (sehr praktisch), möglich durch das AMOLED-Display (inklusive SOS-Modus). Dabei wird die Displayhelligkeit maximiert und ein weisser Bildschirm angezeigt, sodass die Uhr im Dunkeln als Lichtquelle dient, ohne zu stören oder das Smartphone bzw. eine klassische Taschenlampe zu benötigen. Das ist zum Beispiel im Schlafzimmer oder im Zelt hilfreich.

Ein weiterer Kritikpunkt bleibt der Medienplayer. Den gab es schon bei der Pace 3, und beide Uhren teilen dasselbe Problem: Man kann innerhalb eines Titels nicht zurückspringen oder vorspulen. Bei Musik ist das meist egal, bei Podcasts jedoch unpraktisch, weil man weder gezielt zurück zu einer Stelle noch nach vorn springen kann – man muss also aufmerksam bleiben. Anders als bei Garmin gibt es ausserdem keine herunterladbaren Apps wie Spotify.

Davon ab bietet die Pace 4 die gleichen Funktionen wie die Pace 3 und andere Coros-Uhren: Schlaftracking, Wetter, Benachrichtigungen. Neu ist die Anzeige der vom Sensor erfassten Temperatur (Update Januar 2026). Das Schlaftracking wirkt insgesamt plausibel, ersetzt aber keinen Smart-Ring, wenn es um sehr präzise Aussagen zu Schlafdauer und Schlafphasen (z. B. Tiefschlaf) geht.

Für die nächtliche Erholung liefert die Pace 4 dennoch einen sehr nützlichen Wert: die HRV (Herzfrequenzvariabilität), um Form und kardiale Regeneration besser zu verstehen – und Übertraining eher zu vermeiden.

Akku und Laufzeit der Coros Pace 4

Anderthalb Wochen: damit hatten wir nicht gerechnet

Die zentrale Neuerung der Sportuhr ist die Akkulaufzeit – und die Coros Pace 4 setzt hier neue Massstäbe. Was Coros auf dem Papier verspricht, hat sich in unserem Praxistest bestätigt: Bei ähnlicher Nutzung und ähnlichen Einstellungen wie bei der Pace 3 hält sie rund 3 Tage länger durch als der bereits sehr ausdauernde Vorgänger. Konkret: Wir kamen mit der Coros Pace 4 auf anderthalb Wochen, trotz recht intensiver Nutzung. Mit Aktivitäten ohne GPS sind sogar 2 Wochen möglich.

Das Ergebnis hat uns wirklich überrascht: Nach der ersten Woche waren noch 37 % Akku übrig – nach 5 Trainings und 6 Stunden GPS-Nutzung in Dual-Frequenz. Erst nach anderthalb Wochen mussten wir laden, nachdem wir 6 Laufeinheiten und 2 Krafttrainings absolviert hatten (insgesamt über 9 Stunden Training). Das ist besonders beeindruckend, weil AMOLED grundsätzlich mehr Energie benötigt als das Display der vorherigen Generation.

Während des gesamten Tests liefen wir konsequent im Dual-Frequenz-Modus. Ein Wechsel auf eine sparsamere Konfiguration ist aus unserer Sicht nur nötig, wenn man bereits knapp bei Akku ist. Weitere Stellschrauben zum Sparen: Stress- und Schlaftracking deaktivieren, Displayhelligkeit senken, Aktivitätsalarme ausschalten und den Always-On-Modus deaktivieren, falls er aktiv ist.

Always-On-Modus und seine Auswirkungen

Der Einfluss des Always-On-Modus (Display dauerhaft an, aber reduziert dargestellt) ist deutlich. Statt 41 Stunden mit GPS („Alle Systeme“) sind 31 Stunden mit GPS und Always-On möglich. Auch Dual-Frequenz-GPS belastet die Laufzeit ähnlich stark wie Always-On: Coros nennt 31 Stunden mit Dual-Frequenz-GPS. Im reinen Uhrenbetrieb ohne Aktivität sind 19 Tage drin – und 6 Tage mit aktivem Always-On. Mit Dual-Frequenz und Always-On sinkt die Laufzeit auf 24 Stunden.

Wir haben den Always-On-Modus in unserem Pace-4-Test nicht wegen der Akkulaufzeit deaktiviert, sondern aus Komfortgründen. Es reicht, das Handgelenk anzuheben – dann schaltet sich das Display ein und zeigt die Uhrzeit. Das funktioniert sehr zuverlässig, sodass ein dauerhaft leuchtendes Display ohne Blickkontakt wenig Mehrwert hat. Gleichzeitig lässt sich Always-On gezielt nur für Aktivitäten aktivieren – und dann ist es wirklich hilfreich. Während unseres Tests war es beim Sport stets eingeschaltet.

Laden mit dem speziellen Adapter

Für einen vollständigen Ladevorgang sollte man rund anderthalb Stunden einplanen. Wie schon bei der Pace Pro wird kein klassisches Ladekabel mehr mitgeliefert, sondern ein kleiner Adapter, der ein USB-C-Kabel mit dem proprietären Ladeanschluss der Uhr verbindet. Das ist praktisch, weil man ein normales USB-C-Kabel nutzen kann – den Adapter darf man allerdings nicht vergessen (und sollte ihn nicht verlieren). Wichtig: Das ältere Kabel der Pace 3 und anderer Coros-Uhren ist mit dem Anschluss der neuen Pace 4 nicht kompatibel.

Fazit: unsere Meinung zur Coros Pace 4

Die Coros Pace 4 bestätigt ihren Status als Referenz unter Sportuhren unter 300 Euro. Sie übernimmt die Stärken der Pace 3 – also geringes Gewicht, hoher Tragekomfort, sehr starke Akkulaufzeit und präzise Messungen – und ergänzt sie um ein helles, schnelles AMOLED-Display, das die Darstellung deutlich aufwertet. Dank neuem Prozessor und drittem Knopf wirkt die Bedienung flüssiger, und die Laufzeit liegt selbst bei intensiver GPS-Nutzung klar über unseren Erwartungen. Für Läuferinnen, Läufer und regelmässig Trainierende bleibt sie damit ein zuverlässiges, leistungsfähiges Werkzeug, das Einheiten präzise erfasst und verständliche Trainingsanalysen liefert.

Gleichzeitig wird der Alltagseinsatz nicht neu definiert. Kein NFC, keine vollwertige Kartografie und keine fortgeschrittenen Multimedia-Funktionen begrenzen die Attraktivität ausserhalb des Sports – genau dort, wo Garmin seinen Vorsprung hält. Die Coros Pace 4 ist in erster Linie eine Sportuhr und kein vollwertiger Smartwatch-Begleiter. Wer jedoch eine leichte, robuste und extrem ausdauernde Uhr sucht, die Leistungen exakt dokumentiert und mehrere Tage ohne Laden durchhält, kommt in dieser Preisklasse kaum an der Coros Pace 4 vorbei.


Coros Pace 4

Preis: 269,00 €

Gesamtwertung: 9

Kategorie Wertung
Konstruktion 9.0/10
Akkulaufzeit 10.0/10
Funktionen 8.0/10
Ausstattung 9.0/10
Gesamtbewertung 9.0/10

Das gefällt uns

  • Weiterhin sehr leicht und bequem
  • Günstiger Preis
  • Präzises GPS
  • Enorme Akkulaufzeit
  • AMOLED konsequent umgesetzt (wir wollen nicht mehr zurück)

Das gefällt uns weniger

  • Keine Kartografie
  • Herzfrequenzsensor braucht im Winter teils ein Zusatzgerät
  • Keine Möglichkeit, Anrufe anzunehmen oder per NFC zu bezahlen
  • Musikverwaltung

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